Da sich in letzter Zeit die Anfragen zu der GV und den gestellten Anträgen häufen und nun auch auf der Homepage im Gästebuch eine Diskussion über die Anträge stattfindet, hat der Vorstand beschlossen, seine Meinung zu der ganzen Thematik SVPS darzulegen. Diese Stellungnahme wird auch an der GV erhältlich sein.

 

 

Stellungnahme des Vorstandes zu den gestellten Anträgen zum SVPS
 

Die GV vom 8. März 2003 wird über folgende Anträge zu entscheiden haben:

 

1.      Zuerst wird abgestimmt über einen Austritt aus dem SVPS (Marcel Tanner / Ursula Frydenlund). Da dies eine Statutenänderung wäre, braucht es dazu 2/3 der Stimmen. Zudem wird darüber abgestimmt werden, ob zukünftig jedes Jahr über die Mitgliedschaft im SVPS schriftlich abgestimmt werden soll (Antrag Christina Staub Tanner).

 

2.      Danach wird über einen Antrag abgestimmt, ob der Vorstand beauftragt werden soll, die Brevetpflicht wieder abzuschaffen (Antrag Marcel Tanner). Direkt kann die Brevetpflicht nicht abgeschafft werden, da diese in der IPO verankert ist und die IPO nicht direkt der GV Kompetenz unterliegt, sondern durch den Vorstand beschlossen wird. Dies wird also eine Konsultativabstimmung sein.

 

3.      Als dritte Frage zum SVPS wird im Rahmen der Bugetdiskussion entschieden werden müssen, ob wir Teil- oder Vollmitglied des SVPS sein wollen.

 

 

Stellungnahme des Vorstandes zum Antrag auf Austritt aus dem SVPS:

 

Ein Austritt aus dem SVPS wäre für uns sehr ungünstig, da wir in vielen Fragen auf einen starken Dachverband angewiesen sind (der SVPS umfasst indirekt 80 000 Mitglieder). Für Fragen wie Bau von Reitwegen, Verhinderung von Reitverboten, Zollbestimmungen, Importbestimmungen, Kampf gegen die Pferdesteuer, pferdehalterfreundliche Zonenplanungen u.ä. sind alle Mitglieder des IPV CH auf die Arbeit des Dachverbandes angewiesen, da die öffentliche Hand nicht mit der IPV CH direkt verhandeln würde. Beispielsweise wollte der Kanton Aarau im Jahr 2002 eine Pferdesteuer einführen. Durch die Mithilfe des SVPS, sowie zwei weiteren Verbänden wurde dieses Thema zugunsten der Reiter entschieden, ansonsten eine Pferdesteuer von Fr. 200.- pro Jahr eingeführt worden wäre. Zur Zeit sind Verhandlungen über Richtlinien über Bauten für die Pferdehaltung ausserhalb der Bauzonen im Bundesamt für Raumentwicklung in Diskussion - der SVPS ist auch hier in der Kernarbeitsgruppe. Diese Arbeit ist für alle Freizeitreiter unerlässlich, vom SVPS profitieren also alle Islandpferdefreunde.

 

Ausbildung und vor allem Nachwuchsförderung hat beim SVPS einen grossen Stellenwert und es werden entsprechend viele Ausbildungen und Weiterbildungen angeboten. Zudem bekommen unsere Trainer durch den SVPS eine gewisse Anerkennung. Unsere Trainer A/B/C sind nämlich als Vereinstrainer SVPS anerkannt und können den J+S Leiter erwerben. Durch den SVPS werden die Islandpferde weiter bekannt, beispielsweise wird im Brevetbuch SVPS (auch beim Brevet für die klassische Reitweise) über den Tölt und die Offenstallhaltung informiert.

 

Zudem können wir vom SVPS auch finanziell profitieren: im Zusammenhang mit der Jugendförderung hat der SVPS einen Ausbildungsfilm auf DVD erarbeitet, welcher der IPV CH als Werbemittel zur Verfügung gestellt wird und für die nächsten 5 Jahre eingesetzt werden kann (geschätzter Wert Fr. 8000.-). Für das Jahr 2002 wurden Fr.1'400.- an Ausbildungsbeiträgen ausbezahlt. Ungefähr dasselbe ist für 2003 vorgesehen, zudem erhält die IPV CH via SVPS aus dem Sport Toto Fonds ca. Fr. 2'200.- für die Nachwuchsförderung. Der SVPS ist dem Swissolympics angeschlossen. Dadurch sind Beiträge aus dem SVPS für eine Weltmeisterschaft in der Schweiz möglich (einige Tausend Franken). Unser Mitgliederbeitrag als Vollmitglied ist also per Saldo sehr klein.

 

Zum Antrag auf jährlich schriftliche Abstimmung über die Mitgliedschaft, hält die Mehrheit des Vorstandes fest, dass gemäss den Statuten sowieso jedes Jahr ein neuer Antrag auf Austritt aus dem SVPS und auf schriftliche Abstimmung gestellt werden könnte und somit dieser Antrag den Mitgliedern der IPV CH keine zusätzlichen Rechte bringt.

 

 

Stellungnahme des Vorstandes zum Antrag auf Abschaffung der Brevetpflicht:

 

Wie bereits oben festgehalten, geht es dabei um eine Konsultativabstimmung. Die Brevetpflicht würde also auch bei einer Annahme des Antrages nicht direkt abgeschafft sein, der Vorstand hätte dann aber den Auftrag, sich nochmals mit der Einführung der Brevetpflicht zu befassen. Die Brevetpflicht kann nicht isoliert betrachtet werden.

Die IPV CH hat mit dem SVPS eine Vereinbarung über die Einführung der Brevetpflicht getroffen (siehe dazu Magazin 6/02). Die durch uns ausgehandelten Ausnahmebestimmungen gehen sehr weit und ermöglichen vielen IPV CH Mitgliedern mit den bereits vorhandenen Leistungsausweisen ein Brevet SVPS zu beantragen.

Wir mussten die Brevetpflicht einführen, weil diese im Generalreglement des SVPS verankert ist und uns der SVPS letztes Jahr aufgefordert hat, diese Brevetpflicht gemäss dem Generalreglement einzuführen.

Die IPV CH unterliegt dem Generalreglement grundsätzlich als Mitglied des SVPS, völlig unabhängig davon, ob wir Voll- oder Teilmitglied sind.

Wenn wir die Brevetpflicht nun doch nicht einführen, halten wir uns nicht an das Generalreglement und verstossen natürlich gegen die mit dem SVPS getroffene Vereinbarung. Theoretisch könnte uns der SVPS ausschliessen, wenn wir uns nicht an die Bestimmungen des Generalregelmentes halten. Damit muss aber wohl nicht gerechnet werden. Andere Konseqenzen sind aber sehr wahrscheinlich. Unser Gangpferdebrevet SVPS wird vermutungsweise aus dem Brevetbuch gestrichen werden und die Anerkennung unserer Trainer als Vereinstrainer dürfte wohl Vergangenheit sein. Sowohl für das Gangpferdebrevet SVPS wie auch für den Vereinstrainer haben etliche IPV CH Leute Stunden Arbeit investiert - soll dies nun leichtfertig über den Haufen geworfen werden?

Am Brevet SVPS werden nur Sachen unterrichtet, die jeder Reiter mindestens einmal gehört haben sollte. Das Brevet SVPS ist also das „kleine Einmaleins“ der Reiterei und dient primär der Sicherheit von Pferd, Reiter und Dritten. Das Brevet SVPS wird bereits heute für viele Weiterbildungen im Pferdebereich und für Turnierstarts an freien Prüfungen verlangt. Ist es in dieser Situation nicht sinnvoll, wenn die IPV CH Mitglieder über ein Brevet verfügen? Soll die IPV CH nicht daran interessiert sein, Unfälle mit Pferden zu vermeiden?

 

 

Stellungnahme des Vorstandes zu Teil- bzw. Vollmitgliedschaft im SVPS

 

Als Teilmitglied haben wir kein Anspruch auf Mitarbeit in den Kommissionen des SVPS und wir haben an der Delegiertenversammlung eine Stimme weniger (statt 3 nur 2). Als Vollmitglied ist der Mitgliederbeitrag höher (Teilmitglied: Fr. 1000.-, Vollmitglied: Fr. 4000.-), dafür sind dann mit dem Vollmitgliedsbeitrag bereits etliche Dienstleistungen entgolten, die als Teilmitglied separat bezahlt werden müssen (Brevetrichter, Brevetbuch Gangartenteil, Dienstleistung der Geschäftsstelle, etc.). Zudem können wir nur als Vollmitglied von sämtlichen Geldleistungen profitieren. Darüber hinaus ist es ein Signal an den SVPS, inwieweit wir in Zukunft mit dem SVPS zusammenarbeiten wollen.

Insgesamt fällt die Rechnung für den IPV CH als Vollmitglied positiv aus. Wie oben dargelegt, werden etliche Zahlungen an uns geleistet, sei es aus dem SVPS direkt oder Bundesgelder, die über den SVPS verteilt werden. Diese Zahlungen sind höher für Vollmitglieder als für Teilmitglied. Aus diesem Grund empfiehlt der Vorstand auch zukünftig Vollmitglied des SVPS zu sein.

 

 

Verpflichtungen gegenüber dem SVPS

 

Wir müssen als Mitglied einen Beitrag bezahlen und die übergeordneten Statuten und Reglemente müssen eingehalten werden (Dopingverordnung, artgerechter Umgang mit dem Pferd, Brevetpflicht). Solange wir eigenständig bleiben können und wir uns keiner Disziplin unterordnen müssen, sind uns keine weiteren Verpflichtung oder Nachteile bewusst. Sollten Hinweise auftreten, dass unsere Autonomie bezüglich Sport- und Ausbildungsreglemente weitergehend gefährdet sein könnten, könnte die IPV CH jederzeit ihren Austritt auf Ende Jahr aus dem SVPS einreichen.

 

 

Das Wichtigste für jeden Reiter ist aber

 

-         dass wir auch in Zukunft noch im Gelände auf Flurwegen reiten können.

-         dass möglichst wenig Reitverbote aufgestellt werden.

-         dass wir uns gegen eine Pferdesteuer auf Gemeinde- oder kantonaler Ebene wehren können.

 

Das alles geht nur in Zusammenarbeit mit dem SVPS, denn nur gemeinsam sind wir stark!

 

Die obigen Argumente sind gewichtig genug, um einer Vollmitgliedschaft im SVPS zuzustimmen, auch mit einer Brevetpflicht!